Die menschliche Brille und die Gemeinsame Sache

Unser Verstand und unsere Vernunft blicken immer durch die menschliche Brille. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Philosophen wie Wittgenstein schließlich die Leiter des sprachlichen Verstehens wegwerfen und zum Schweigen raten wollten. Da wir aber als soziale Wesen nicht nicht kommunizieren können (im Sinne Watzlawicks), können wir dieses Schweigen weder wollen noch akzeptieren.

Wittgensteins Skepsis gegenüber der Macht der Sprache und seiner Begriffe stand im Gegensatz zum Rationalismus von Karl Popper. Naturwissenschaftler mögen Popper bevorzugen, weil seine Methode wunderbar zur Beschreibung eines außermenschlichen Gegenstandes taugt. Aber die gemeinsame Sache, an der jeder von uns beteiligt ist, ist eben kein außermenschlicher Gegenstand. Wir sind in einem komplexen System – einer Gesellschaft der Gesellschaft – gefangen, und alles, was wir über uns sagen, sagen wir von uns aus. Wir können uns nicht von außen neutral beobachten und zu einem wirklich neutralen Schluss gelangen.

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