Im Rückblick war es ein Fehler,
mich von Ron bequatschen zu lassen.
Ich hätte nicht Stellvertreter sein sollen,
ich hätte vorn stehen müssen.
Mir war es nicht wichtig genug,
wer im Rampenlicht steht.
Ich dachte:
Wenn die Sache läuft,
ist es egal, wer sie führt.
Aber das stimmt nicht.
Nicht in der Politik.
Ron spielte sein Spiel –
und ich ließ ihn gewähren.
Ein Intrigenspiel,
das im März 2017 seinen Höhepunkt fand
und das Bündnis Grundeinkommen zersetzte.
Vielleicht irre ich mich.
Vielleicht überschätze ich seine Rolle.
Aber das ist,
wie es sich für mich darstellt.
Und ich?
Ich war Teil davon.
Nicht nur Opfer.
Ich trug meinen Teil der Verantwortung,
weil ich zu weich war,
zu diplomatisch,
zu kompromissbereit
in einem Spiel,
das keine Gnade kennt.
Ich habe selbst sabotiert,
wenn auch aus Prinzipien.
Ich habe das Geld von Götz Werner verhindert
aus parteigesetzlichen Gründen.
Was für ein Narr war ich,
im Zeitalter der Maskendeals und Auslandsspenden,
wo selbst illegale Schweizer Millionen
nicht das Rückgrat einer Partei brechen.
Die AfD zeigt, wie es geht.
Illegal ist normal.
Erwischt werden ist das Problem.
Nicht die Tat.
Und wenn du erwischt wirst,
was passiert dir schon?
Ein bisschen Steuerhinterziehung
– mehr kommt da selten.
Ich dagegen …
ich hielt mich an das Gesetz.
An Satzungen.
An Moral.
Ich bin der Idiot,
der sich nicht bereichert.
Ich bin der,
der seine Kontakte nicht nutzt.
Der nicht das große Geld ruft,
obwohl er könnte.
Aber vielleicht war das nie mein Spiel.
Vielleicht bin ich nicht gemacht für diese Welt,
in der Prinzipien wie Ballast abgeworfen werden,
sobald man über die Fünfprozenthürde springt.
Vielleicht bin ich naiv.
Aber wenigstens kann ich mir morgens
noch in die Augen schauen.
[Zum Buch]
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