Die Fluchtgeschwindigkeit des Kapitals

Ungleichheit wird nicht nur durch Kapital erzeugt, sondern durch seine unaufhaltsame, selbstverstärkende Dynamik. Es existiert eine ökonomische Schwelle, ab der die Akkumulation von Vermögen sich von der individuellen Konsumfähigkeit löst. Dies ist der Moment, in dem Reichtum zur sich selbst fütternden Maschine wird – der Moment der Fluchtgeschwindigkeit.

Die Grenze des maximalen Luxus

Reichtum gehorcht nur bis zu einem Punkt der Logik des Konsums. Die Kosten für das extremste private Arsenal – von globalen Immobilien über einen Privatjet bis zum persönlichen Stab – lassen sich beziffern. Nehmen wir ein Gedankenexperiment:

• Ein Rolls-Royce, ein Ferrari, ein Tesla.

• Eine Villa an der Côte d’Azur, ein Chalet in den Alpen, eine Ranch in Kanada.

• Ein Privatjet, Personal, Assistenten, Trainer.

Selbst dieser extreme Luxus kostet „nur“ etwa 500.000 bis 1.000.000 Euro im Monat. Die physiologische Grenze ist erreicht: Menschliche Zeit und Aufmerksamkeit setzen der Nutzung von Gütern eine absolute Obergrenze. Man kann nicht zehn Villen gleichzeitig bewohnen oder drei Yachten gleichzeitig steuern. Alles, was darüber hinausgeht, ist für den direkten Verbrauch redundant.

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